In welcher Welt leben wir eigentlich?
Fragt man sich des öfteren. Angesichts des großen nationalen Jubelfestes zum Mauerfall, bei dem scheinbar alle früheren 9.November-Tage mit dem real existierenden Sozialismus in der Mottenkiste verschwunden sind (aber leider im Gegensatz zu diesem nicht wieder hervorgeholt werden), kommt man ja schon fast auf den Gedanken, das aus reinem Selbstschutz nicht mehr zu fragen.
Fundamentalistische Spinner und ein leicht verklemmter Umgang mit dem weiblichen Körper sind auch nichts Neues. Aber die Twitter-Bekenntnis von Penelope Trunk, gerade eine Fehlgeburt gehabt zu haben und darüber nicht besonders traurig zu sein, hat mal wieder Wellen geschlagen, angesichts deren man sich fragt, ob Therapiestationen für manche ZeitgenossInnen nicht vielleicht der bessere Aufenthaltsort wäre. Nein, es hat sich nicht die egoistische Karrierefrau gegen ihren armen Mann durchgesetzt, der nun verzweifelt damit leben muss, dass er seine Erbgut nicht weitertragen kann. Trunk hat lediglich “öffentlich” gesagt, dass sie eine Fehlgeburt hatte und dass sie nicht sehr traurig ist, weil sie in Wisconsin 3 Wochen auf einen Abtreibungstermin warten müsse. Hm. Das Ergebnis: Zig Interviews, Aufforderungen zu Radio- und Fernsehinterviews, Fotoanfragen für ihre beiden anderen Kinder, Morddrohungen aus den USA und UK. Die wesentliche Frage: “How do you justify your tweet?” Justify. Die beste Antwort: Halt die Fresse.
Gender trouble
On ne naît pas femme, on le devient … the famous word of Simone de Beauvoir is a basic knowledge of gender theories around 50 years later. The creation of gender stereotypes can by no means remain limited to clothing, but it is a part of it. Pink princess dresses are not necessarily comfortable for children’s play but – yes – the little wants it because everyone tells her that she is sooooo sweet. The Rambo alike boy’s t-shirt might be more suitable for playing, but also imposes a picture of “maleness” on the young person. UNI from Sweden provides unisex clothes for children and the webshop gives some good impressions how this can look like:
Alles Feminismus?!

Nach Eva Hermans unsäglichem Blödsinn wurde die Diskussion um solche Uninteressante Dinge wie Feminismus, Frauenbewegung und Geschlechterfrage wieder neu aufgeweckt. Plötzlich meldeten sich Menschen zu Wort, die entweder schick, hip oder erfolgreich waren – oder gleich alles zusammen sein wollen. Ob Thea Dorn mit einer neuen F-Klasse, Silvana Koch-Mehrin und ihre Schwestern oder die Bundessozialministerin von der CDU ihre feministische Seite entdeckt, man wundert sich an mancher Stelle, woher auf einmal die scheinbare Zustimmung zu einer politischen Überzeugung kommt, die doch vor kurzem noch mit dicken, häßlichen und unzufriedenen Frauen konnotiert war, die einfach noch nicht den Richtigen gefunden hatten.
Elisabeth Klaus hat in den Feministischen Studien diesen schicken, neuen Feminismus analysiert und das revolutionäre Potential anschaulich begraben. Der Artikel ist aus aktuellem Anlass auch online zu lesen (pdf).
Das unterbewusste Sture an Frau Ypsilanti
Die hessischen Wogen haben sich in den vergangenen Tagen im Nirwana zwischen Finanzkrise und Konjunkturstreitereien verlaufen. Die Unfähigkeit vieler JournalistInnen, ihre persönliche Meinung hinter eine ausgewogene Berichterstattung zu stellen und die aufrechten GewissensträgerInnen zu bemitleiden, hat gottseidank abgenommen. Einzig Peter Hahne liess sich auch kürzlich noch herab, im Interview mit dem Berliner Rundfunk den Umgang mit den “Aufrechten” zu beklagen. Schließlich seien darunter auch drei Frauen und mit denen könne man so nicht umspringen.
Das dahinter stehende Verständnis einer Heim-und-Herd-Rolle für schützenswerte Frauen lohnt sich kaum noch zu kommentieren. An mancher Stelle ist eben Hopfen und Malz verloren und ertrunken. Welche Rolle die Geschlechterfrage jedoch in der hessischen Tragödie spielte, ist bislang wenig fundiert hinterfragt worden. Warum ist Andrea Ypsilanti die zweite Frau, bei der die SozialdemokratInnen vermeintliche oder reale Gewissensfragen über die Parteiräson stellten? Und warum haben die umstrittensten Männer die Kurve in der Vergangenheit doch immer noch gekratzt?
Heide Oestreich (taz) hilft Ihnen, die Antwort im Unterbewusstsein zu finden.
10 gute Gründe gegen die Legalisierung von Prostitution
Prostitution ist sicherlich eines der umstrittensten Themen zwischen verschiedenen feministischen Organisationen und Menschen. Legalisierung wird häufig auch als Konzept gegen die konservative “Verdammung” eines alltäglichen Lebensbereiches verstanden, mit der insbesondere die involvierten Frauen als Opfer einen größeren Schutz genießen. Aber schützt die Legalisierung die Opfer oder die Täter?
Die israelische feministische Organisation Isha l’Isha (Frau zu Frau) setzt sich seit langem für Opfer von Menschenhandel und Prostitution ein. Sie haben im vergangenen Jahr unzähligen betroffenen Frauen geholfen. Ihre Arbeit basiert auf den 10 Gründen gegen eine Legalisierung von Prostitution der Coalition Against Trafficking in Women International (CATW). Hier wird insbesondere basierend auf Beispielen aus Deutschland und den Niederlanden argumentiert.
Die israelische Hotline for Migrant Workers hat eine umfassende Publikation zur Legalisierung von Prostitution entwickelt und die Auswirkungen der sehr unterschiedlichen Gesetze in Nevada/USA, Niederlande, Deutschland und Australien verglichen.


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