elisasdottir – אליזסדוטיר

Wir wollen die erste Frau im Staat

Posted in En route by elisasdottir on March 9, 2009

Bildausschnitt Webseite Schwan

Am 23. Mai wird die Bundespräsidentin der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Wir finden: Es ist Zeit für eine Sozialdemokratin im höchsten Amt des Staates! Deshalb unterstützen wir Gesine Schwan. weiter zu www.wir-fuer-gesine.de

Die Zauberflöte des armen Mannes

Posted in En route by elisasdottir on March 5, 2009

Im Sinne der gegenseitigen Vernetzung verlinke ich gerne auch andere Artikel. Mozart als alter Deutscher wird ja immer wieder gerne angeführt, wenn es mit Goethe vorbei ist. Nun dient die Kultur allerdings nicht nur häufig dazu, Nationalitätskomplexe zu kompensieren, sondern kompensiert auch die männliche Angst vor dem Wandel der Geschlechterrollen. Schließlich gibt es kaum noch Bereiche, in denen man so offen sexistisch sein darf wie in Gedichten, der «großen Literatur» und Musik.
Deshalb Vorhang auf für «Tamino, hol die Zauberflöte raus», danke an Steffi.

In Berlin hatte man sich zum Thema Zauberflöte im letzten Jahr etwas ganz besonderes ausgedacht. Da die «Kanzler-Linie» U55 (die wäre sowieso noch bis mindestens September 2009 leer geblieben) kleinere Bauverzögerungen von mehreren Jahren zu verkraften hatte, wurde die Zauberflöte unterirdisch aufgeführt. Die Reaktionen waren unterschiedlich. Von PR-Gag war die Rede, der Selig-Sänger Plewka und die BVG-Putzkolonne sollte auch neue Klientel für die Oper begeistern. Aber alles beim Alten: Der Mannsäuft und schleppt die Frau ab, die Frauen putzen und am Ende sind alle glücklich.

Englische Begriffe für deutsche Zustände?

Posted in En route by elisasdottir on March 5, 2009

Symbol WomenDer Internationale Frauentag am 8. März war dem Bundestag mal wieder ein guter Grund, das Thema Gleichstellung von Männern und Frauen auf die Tagesordnung zu setzen. Dabei durften gleich mal aus fast allen Fraktionen die Frauen reden. „Es geht hoch her zwischen den Frauen“, wie die Phoenix-Kommentatorin feststellte. Ministerin von der Leyen stellt den CEDAW-Bericht vor, in dem sie Lobpreisungen der deutschen Gleichstellungspolitik findet. Neben dem offiziellen Bericht der Bundesregierung waren auch mehrere Schattenberichte Grundlage für die Antwort des UN-Komitee. Darin steht allerdings vor allem, dass die Bundesregierung sich vom Konzept des Gender Mainstreaming abwendet. Der Übersetzungsversuch „Mehr Chancen für Frauen und Männer in allen Lebensbereichen“ bezeichnet allerdings mitnichten das Gleiche. Nach von der Leyen wird der englische Begriff hier nicht verstanden. Ob das nun in einer anglophoben Grundeinstellung gründet oder doch eher auch im eigenen Haus von Frau von der Leyen durch Unwillen entsteht sei dahingestellt. Warum allerdings das Unverständnis des Begriffs mit einer Auflösung der Arbeitsgruppe im Ministerium einherging, konnte sie nicht erklären.

Die CSU, übrigens mit dem einzigen männlichen Redner (Johannes Singhammer) stellt mal wieder klar, dass viele Frauen maßgeschneiderte Teilzeitangebote „wollen“. Allerdings wollen das natürlich nur die Frauen, was Herr Singhammer besonders gut zu wissen glaub. Das klassische Familienbild, nachdem die Frauen nichts anderes wollen, als sich um Haus und Hof zu kümmern sitzt zumindest in der bayerischen Landespartei noch fest im Sattel.

SPD und Grüne fordern eine Quote für die freie Wirtschaft, um mehr Frauen in Führungspositionen zu stärken. Unbestritten ist dies die wichtige und richtige Maßnahme. Ein schaler Beigeschmack entsteht aber doch, wenn dies mit der Finanzkrise begründet wird und dem Schaden, den die meist männlichen Führungsmänner angerichtet haben. Da entsteht doch der Eindruck, Frauen sind immer dann gut, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Ganz nebenbei werden die Rollenvorstellungen mal wieder festgeschrieben, wenn sie als vermeintlich bessere Menschen die Welt retten sollen.

In der Diskussion des UN-Komitees wurde übrigens die Politik der Bundesregierung explizit kritisiert: Ehegattensplitting, HartzIV-Bedarfsgemeinschaften und Co. befördern überkommende Geschlechterverhältnisse und diskriminieren Frauen. Das zu erkennen wäre auch «Gender Mainstreaming», aber wie wir nun wissen, versteht das hier niemand.